Wein Italien

Demnächst neu bei Vinothekar: Pasqua und ein Stück Süditalien

Wir öffnen das Sortiment nach Süden

Hinter den Kulissen läuten wir schon die nächste Runde ein: Mehrere Weingüter stehen kurz davor, ins Sortiment von Vinothekar.de aufgenommen zu werden. Im Zentrum steht ein großer Name aus dem Veneto – Pasqua – flankiert von einer Riege sizilianischer und süditalienischer Erzeuger, die zeigen, wie spannend der Süden Italiens derzeit ist. Dieser Beitrag stellt vor, was demnächst zu erwarten ist, und ordnet ein, warum gerade diese Häuser den Weg in unser Regal finden.

Pasqua: Verona als Ausgangspunkt

Pasqua gehört zu den traditionsreichen Familienbetrieben Venetiens.
Pasqua ist ein alteingesessenes Familienunternehmen, welches 1925 von vier Brüdern gegründet wurde; ihr erklärtes Ziel war es, typische Veroneser Weine von hoher Qualität zu erzeugen.
Heute wird das Haus in dritter Generation geführt, und
das tiefe Verständnis für das Terroir der Region Venetien sowie der Einsatz nachhaltiger Anbaumethoden haben Pasqua zu einem der führenden Weingüter Italiens gemacht. Zusätzlich hat die Familie mittlerweile Weinberge in Apulien, ihrer ursprünglichen Heimat, erworben, wo sie unter anderem erstklassige Primitivo-Weine produziert.

Die Heimat liegt in Verona, im Valpolicella-Gebiet – dem Kerngebiet für Amarone und Ripasso. Pasqua arbeitet hier mit den klassischen Veroneser Rebsorten Corvina, Corvinone und Rondinella und zählt zu den anerkannten Spezialisten für diese Stilistik.

Der Black Label Amarone

Aushängeschild im kommenden Sortiment ist der Pasqua Amarone della Valpolicella DOCG Black Label. Wer Amarone verstehen will, muss das Appassimento-Verfahren kennen:
Direkt nach der Lese werden die Trauben durch einen als „Appassimento“ bezeichneten Prozess luftgetrocknet, sodass sie zu Rosinen einschrumpeln.
Bei diesem Wein
trocknen die Trauben in kleinen Körben rund vier Monate lang wie Rosinen – erst dann wird der Wein gekeltert. So entsteht ein ungemein vollmundiger, aromenreicher Rotwein.
Anschließend reift er rund
18 Monate in Barriques.

Im Glas zeigt sich der Charakter, der Amarone seinen Ruf verschafft hat:
eine intensive rote Farbe, in der Nase fruchtige Noten von Brombeeren und dunkler Schokolade, am Gaumen elegant und fein mit seidigen Tanninen.
Ein Wein für kräftige Fleischgerichte, Schmorbraten und gereiften Käse – kein Begleiter für nebenbei, sondern einer, der den Abend trägt.

Camivini: Appassimento aus Sizilien, modern gedacht

Spannend wird das neue Sortiment dort, wo der venezianische Klassiker auf die süditalienische Lesart trifft.
Mit Camivini bewirtschaftet Mario Minini auf Sizilien eine absolute Toplage an der Westküste der Insel.
Sein Ansatz:
regionstypische italienische Rebsorten im Appassimento-Stil modern interpretiert.
Der entscheidende Unterschied zur Veroneser Tradition liegt im Detail –
das Appassimento-Verfahren wird bei den Tank-Weinen direkt am Rebstock durchgeführt. Das bedeutet, dass die Trauben erst geerntet werden, wenn sie bereits zu Rosinen geworden sind und einen Großteil des Wassers verloren haben.

Bemerkenswert ist die Balance:
Im Gegensatz zu vielen anderen Appassimentos behalten die Tank-Weine eine spannungsreiche Säure und einen leichten, harmonischen Restzuckergehalt bei.
Der weiße TANK 57 Grillo DOC Sicilia Appassimento ist dafür ein gutes Beispiel:
ein ausgewogenes Bouquet aus Zitrone, Pfirsich und tropischer Frucht, am Gaumen ausbalanciert mit angenehmer Säure, goldgelb und trocken bei 13 % vol.
Dazu der Hauch Rosine, der bei der Methode dazugehört. Aus dem Camivini-Programm kommt außerdem der TANK 63 Primitivo Rosato IGT – ein Roséwein, der die süditalienische Wärme in eine frischere Stilistik übersetzt.

Cusumano: Siziliens autochthone Sorten

Ein weiteres Haus, das den Sprung ins Sortiment macht, ist Cusumano.
Die Weine entstehen aus zu 100 Prozent selbst angebautem Lesegut aus vier verschiedenen Anbaugebieten über ganz Sizilien verteilt, vielfach aus Sorten, die auf der Insel heimisch sind, wie Nero d’Avola und Insolia.
Diese Konsequenz hat Wirkung gezeigt:
Die Marke wurde zum meistverkauften sizilianischen Wein in den USA mit Bewertungen von über 90 Punkten Jahr für Jahr.

Konkret stehen drei Weine bereit. Der Cusumano Insolia Terre Siciliane IGT bringt
Aromen von saftigen, reifen gelben Früchten mit Nuancen dezenter Würze
– ein guter Aperitif und Begleiter zu Fisch und Pasta in heller Sauce. Daneben der Cusumano Merlot Terre Siciliane IGT, der sich
elegant und weich mit einladenden Aromen von dunklen Beeren zeigt.
Zur ostsizilianischen Seite gehört der Nero d’Avola:
Zu den herausragenden Lagen des Weinguts gehört San Giacomo in Butera, wo auf 140 Hektar Nero d’Avola angebaut wird, eine Rebsorte, die das Terroir ideal widerspiegelt.

Corte dei Mori, Cantine Paolini und der Westen der Insel

Auch von Mario Mininis sizilianischem Projekt Corte dei Mori kommt Nachschub. Hier steht der Nero d’Avola ‚Etichetta Blu‘ Sicilia DOC für die rote Seite, während der Corte dei Mori Grillo DOC Sicilia und der Grecanico-Inzolia Terre Siciliane IGT die weiße, frische Linie abdecken. Für den Sommer interessant: der Corte dei Mori Rosato Terre Siciliane IGT. Ergänzt wird das sizilianische Kapitel durch den Misilla Grillo DOC Sicilia von Cantine Paolini – Grillo ist hier kein Zufall, sondern die weiße Leitsorte des Westens rund um Marsala.

Vom Festland: Terre Avare und Sardinien

Den Bogen nach Apulien schlägt Terre Avare. Aus dem Salento kommen zwei Weine, die das Spektrum gut abbilden: der kräftige, dunkelfruchtige Terre Avare Nero di Troia IGT und der leichtfüßige Terre Avare Rosato del Salento IGT. Damit wird auch die Heimatregion sichtbar, in die Pasqua selbst expandiert hat – ein roter Faden, der das neue Sortiment zusammenhält.

Und schließlich Sardinien: Mit dem Villa Solais DOC der Cantina di Santadi kommt ein Weißwein dazu, der die mediterrane, kräuterwürzige Seite der Insel vertritt – ein Gegengewicht zu den fruchtbetonten Stilen des Festlands.

Was das bedeutet

Die kommenden Neuzugänge verbinden zwei Pole: oben das Veneto mit Pasquas Amarone-Tradition, unten Sizilien, Apulien und Sardinien mit ihrer eigenen Interpretation von Konzentration und Frische. Das Appassimento taucht in beiden Welten auf – einmal als Veroneser Klassiker, einmal als sizilianische Neuauslegung am Rebstock. Wer den Vergleich sucht, bekommt demnächst beides nebeneinander ins Glas. Die Weine gehen Schritt für Schritt online; es lohnt sich, in den nächsten Wochen ein Auge auf die Neuheiten zu haben.

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Häufige Fragen

Was ist das Appassimento-Verfahren?

Beim Appassimento werden die Trauben nach der Lese luftgetrocknet, bis sie zu Rosinen einschrumpeln. Dadurch konzentrieren sich Zucker und Aromen, was vollmundige, intensive Weine wie den Amarone ergibt.

Wodurch zeichnet sich der Pasqua Amarone Black Label aus?

Die Trauben trocknen rund vier Monate wie Rosinen, anschließend reift der Wein etwa 18 Monate in Barriques. Das Ergebnis ist ein vollmundiger Rotwein mit Noten von Brombeere und dunkler Schokolade sowie seidigen Tanninen.

Was unterscheidet sizilianisches Appassimento von der Veroneser Tradition?

In Verona trocknen die Trauben nach der Lese in Körben, während bei Camivini auf Sizilien das Appassimento direkt am Rebstock erfolgt. Die Trauben werden erst geerntet, wenn sie bereits zu Rosinen geworden sind.

Welche Rebsorten sind typisch für sizilianischen Wein?

Zu den heimischen Leitsorten Siziliens zählen Nero d'Avola und Insolia für die Rotweine sowie Grillo und Grecanico für die weiße Linie, besonders im Westen rund um Marsala.

Wozu passt Amarone della Valpolicella?

Amarone ist ein kräftiger Begleiter zu deftigen Fleischgerichten, Schmorbraten und gereiftem Käse. Durch seine Konzentration und Tanninstruktur trägt er ganze Menüs und eignet sich nicht als Wein für nebenbei.