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Wein für die Firmen- und Weihnachtsfeier: Mengen, Vielfalt und Budget planen
Wer für zwanzig oder hundert Gäste Wein bestellt, braucht eine andere Logik als beim privaten Abendessen. Mit klarer Mengenplanung und einer durchdachten Auswahl gelingt die Feier ohne Nachschub-Stress.
Firmenfeiern und Weihnachtsfeiern unterscheiden sich von privaten Einladungen vor allem in einem Punkt: Es kommt auf verlässliche Mengen und eine Auswahl an, die möglichst viele unterschiedliche Geschmäcker trifft. Wer für zehn bis zwanzig Gäste plant, kann spontan nachkaufen. Bei fünfzig oder mehr Personen wird das schwierig, und ein Engpass am Abend selbst lässt sich kaum noch beheben. Eine durchdachte Planung spart am Ende sowohl Geld als auch Nerven.
Die Grundrechnung: Wie viel Wein pro Person?
Eine gängige Faustregel lautet: Pro Person und Abend sollten zwischen einer halben und drei Vierteln Flasche Wein eingeplant werden, wenn Essen serviert wird und die Feier mehrere Stunden dauert. Bei einem reinen Stehempfang mit Fingerfood genügt häufig weniger, etwa eine drittel bis halbe Flasche. Wird zusätzlich Sekt zum Anstoßen gereicht oder gibt es eine Bar mit Spirituosen, reduziert sich der Weinbedarf entsprechend.
Für eine Feier mit 40 Gästen und einem dreigängigen Menü ergibt sich so ein Bedarf von etwa 20 bis 30 Flaschen Wein, zuzüglich einer Reserve von rund zehn Prozent für Nachschub und unvorhergesehene Fälle. Diese Reserve ist kein verlorenes Geld: Ungeöffnete Flaschen lassen sich problemlos für die nächste Gelegenheit zurücklegen, sofern sie zwischenzeitlich kühl und dunkel gelagert werden.
Rot, Weiß oder lieber beides?
Bei gemischten Gästegruppen, deren Vorlieben man nicht im Detail kennt, hat sich ein Verhältnis von ungefähr 60 Prozent Rotwein zu 40 Prozent Weißwein bewährt. Rotwein wird bei Buffets, Fingerfood mit Fleisch und deftigeren Speisen traditionell häufiger gewählt. Bei einer sommerlichen Feier oder einem leichten Menü mit Fisch und Vorspeisen darf der Weißweinanteil ruhig steigen oder sich die Waage halten.
Wichtiger als das exakte Verhältnis ist die Bandbreite innerhalb der Farben. Ein schlanker, unkomplizierter Weißwein wie der Bianco Veneto „Superfluo“ von Pasqua eignet sich als unkomplizierter Begleiter zum Empfang, während ein Wein mit etwas mehr Restsüße wie der Pecorino von Tenuta Ulisse auch Gästen entgegenkommt, die trockene Weine eher meiden. Bei den Roten lohnt sich die Kombination aus einem fruchtig-zugänglichen Wein und einem Wein mit mehr Struktur, damit sowohl unerfahrene als auch geübtere Weintrinker etwas Passendes finden.
Weniger Positionen, dafür verlässlich
Bei großen Gruppen ist es sinnvoller, auf zwei bis drei Weine zu setzen statt auf fünf oder sechs. Eine zu große Auswahl verlangsamt das Servieren, erschwert die Lagerlogistik vor Ort und führt erfahrungsgemäß nicht zu höherer Zufriedenheit. Üblich ist eine Aufteilung in einen Weißwein, einen zugänglichen Rotwein für die breite Masse und einen kräftigeren Rotwein für Gäste, die es gern etwas druckvoller mögen.
Ein Primitivo wie der ULISSE aus den Abruzzen bringt mit seiner kräftigen Frucht genau jene Fülle mit, die bei winterlichen Buffets mit Braten oder Gans gefragt ist. Wer einen etwas schlankeren, aber dennoch saftigen Roten ergänzen möchte, findet im Barbera d'Alba von Costa di Bussia einen Wein mit lebendiger Säure, der auch zu leichteren Gerichten nicht zu schwer wirkt. Diese Kombination aus Fülle und Frische deckt bei Firmenfeiern einen großen Teil der Geschmäcker ab, ohne dass mehr als zwei Rotweine nötig wären.
Budget, Bestellzeitpunkt und Lieferzeit
Für die Kalkulation lohnt sich ein einfacher Dreischritt: Gästezahl mal Flaschenbedarf pro Person ergibt die Gesamtmenge, diese wird nach dem gewünschten Rot-Weiß-Verhältnis aufgeteilt, und am Ende kommt die Sicherheitsreserve hinzu. Wer in der Vorweihnachtszeit bestellt, sollte bedenken, dass November und Dezember für Weinhändler und Lieferdienste die arbeitsreichste Zeit im Jahr sind. Eine Bestellung mit zwei bis drei Wochen Vorlauf nimmt den zeitlichen Druck heraus und lässt im Zweifel noch Raum für eine Nachbestellung, falls sich die Gästezahl kurzfristig ändert.
Ein Blick auf die Flaschenpreise hilft außerdem, das Budget realistisch zu planen: Bei größeren Mengen lohnt sich häufig der direkte Vergleich zwischen mehreren Weinen ähnlicher Preisklasse, statt sich allein auf einen Favoriten zu verlassen. So lässt sich zur Not auch kurzfristig zwischen zwei ähnlich gelagerten Weinen wechseln, falls einer davon nicht mehr verfügbar ist.
Aus dem Sortiment
Für den Weißwein-Part eignen sich der Bianco Veneto „Superfluo“ von Pasqua als frischer, unkomplizierter Einstieg und der Pecorino von Tenuta Ulisse für Gäste, die eine leichte Restsüße schätzen. Bei den Roten bringt der Primitivo „ULISSE“ von Tenuta Ulisse mit seiner kräftigen Frucht die nötige Fülle für winterliche Buffets mit, während der Barbera d'Alba von Costa di Bussia mit seiner lebendigen Säure einen schlankeren Gegenpol bildet. Diese vier Weine decken gemeinsam eine Bandbreite ab, die bei gemischten Gästegruppen auf Firmen- und Weihnachtsfeiern erfahrungsgemäß gut ankommt.
Häufige Fragen
Wie viele Flaschen Wein braucht man pro Person bei einer Feier?
Als Richtwert gelten etwa eine halbe bis drei Viertel Flasche pro Person für einen mehrstündigen Abend mit Essen. Bei reinem Stehempfang ohne Menü genügt oft weniger, bei langen Feiern mit mehreren Gängen kann es mehr werden.
Sollte man mehr Rotwein oder Weißwein einkaufen?
Für gemischte Gästegruppen hat sich ein Verhältnis von etwa 60 Prozent Rotwein zu 40 Prozent Weißwein bewährt, da Rotwein bei Buffets und deftigen Speisen meist gefragter ist. Bei sommerlichen oder leichten Menüs lohnt es sich, den Weißweinanteil zu erhöhen.
Wie viele verschiedene Weine sollte man anbieten?
Zwei bis drei Positionen reichen in der Regel aus: ein unkomplizierter Weißwein, ein fruchtiger und ein kräftigerer Rotwein. Mehr Auswahl erschwert die Logistik, ohne dass die Gäste davon spürbar profitieren.
Was tun, wenn Flaschen übrig bleiben?
Gut verschlossene, ungeöffnete Flaschen lassen sich problemlos für die nächste Gelegenheit zurücklegen, sofern sie kühl und dunkel gelagert wurden. Deshalb lohnt es sich, lieber etwas großzügiger zu kalkulieren als knapp zu planen.
Ein Beitrag aus dem Weinkeller von Vinothekar.de. Fragen zu einem Wein? Wir beraten Sie gern persönlich.


