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Kampanien: antike Rebsorten rund um den Vesuv

Zwischen Vulkanboden und Mittelmeer bewahrt Kampanien Rebsorten, die schon die Römer kannten. Aglianico, Fiano und Greco erzählen von einer Weinkultur, die älter ist als die meisten anderen Europas.

Kaum eine Region Italiens bewahrt so viele autochthone Rebsorten wie Kampanien. Rund um den Golf von Neapel und den Vesuv wird seit der Antike Wein erzeugt, und einige der dort verbreiteten Sorten tragen Namen, die bis in die griechische Kolonisierung zurückreichen. Wer sich mit Aglianico, Fiano oder Greco beschäftigt, begegnet damit einem Stück Weinbaugeschichte, das in vielen anderen Regionen Europas längst von internationalen Sorten verdrängt wurde.

Vulkanische Böden als Fundament

Der Vesuv und die umliegenden erloschenen Vulkane haben über Jahrtausende Asche, Lava und Tuffgestein abgelagert. Diese Materialien verwittern zu Böden, die reich an Mineralstoffen sind und Wasser gut speichern, gleichzeitig aber durchlässig bleiben. Für den Weinbau bedeutet das: Die Reben müssen tief wurzeln, um an Nährstoffe und Feuchtigkeit zu gelangen, was sich in konzentrierten, oft mineralisch geprägten Weinen niederschlägt. Vulkanböden gelten allgemein als klimapuffernd, da sie tagsüber Wärme aufnehmen und nachts abgeben – ein Effekt, der in Kampanien die Reifephase der Trauben verlängert und stabilisiert.

Aglianico: die kraftvolle rote Leitsorte

Aglianico ist die bedeutendste rote Rebsorte Kampaniens und liefert Weine mit fester Tanninstruktur, lebendiger Säure und großem Reifepotenzial. Die berühmteste Ausprägung findet sich in der DOCG-Lage Taurasi im Binnenland, wo kühlere Höhenlagen und lange Vegetationsperioden zu besonders komplexen Weinen führen. Der Taurasi Puro Sangue von Luigi Tecce zeigt diese Stilistik mit reifen dunklen Früchten, Gewürznoten und einer subtilen Rauchnote, während der Taurasi DOCG von Pietracupa Aromen von schwarzen Kirschen, Tabak und Veilchen vereint. Auch außerhalb der DOCG-Grenzen entstehen bemerkenswerte Aglianico-Weine, wie der Serpico von Feudi di San Gregorio zeigt, der mit dichter Frucht und beeindruckendem Körper auf ein langes Ausbaupotenzial hindeutet.

Fiano, Greco und Falanghina: die weiße Vielfalt

Neben Aglianico prägen drei weiße Rebsorten das Bild Kampaniens: Fiano, Greco und Falanghina. Fiano di Avellino gilt als eine der anspruchsvollsten weißen Herkünfte Süditaliens und bringt Weine mit feiner Säure, floralen Noten und oft mandeligen Untertönen hervor, wie der Fiano di Avellino Cupo von Pietracupa zeigt. Greco, ebenfalls mit antiken Wurzeln, liefert mineralische, kräuterwürzige Weine mit Zitrusnoten, wie im Fall des Greco von Pietracupa erkennbar. Falanghina, die dritte wichtige weiße Sorte, zeigt sich oft fruchtbetont und stoffig; die Falanghina von Pietracupa etwa verbindet Grapefruit- und Pfirsicharomen mit einer salzigen Komponente. Auch außerhalb der Kernlagen entstehen zugängliche Fiano-Weine, etwa der Fiano Sannio DOP von Fontanavecchia, der mit frischer Säure und einem eleganten Abgang eine unkompliziertere Interpretation der Sorte bietet.

Kleinräumigkeit als Prinzip

Kampanien ist geografisch kein großes Anbaugebiet, doch die Vielfalt an Höhenlagen, Bodentypen und Mikroklimata innerhalb kurzer Distanzen ist beachtlich. Von den Hügeln um Avellino bis zu den Vulkanhängen am Vesuv wechseln sich kühle, luftige Lagen mit wärmeren, geschützten Positionen ab. Diese Kleinräumigkeit erklärt, warum selbst Weine derselben Rebsorte aus benachbarten Gemeinden deutlich unterschiedlich ausfallen können. Winzer wie Pietracupa haben sich genau auf diese Nuancen spezialisiert und arbeiten mit mehreren Rebsorten aus eng begrenzten Lagen, um die Bandbreite der Region sichtbar zu machen.

Aus dem Sortiment

Die Auswahl aus Kampanien zeigt die Bandbreite der Region zwischen antiker Tradition und heutiger Winzerarbeit. Der Taurasi Puro Sangue von Luigi Tecce und der Taurasi DOCG von Pietracupa stehen für die kraftvolle, reifebedürftige Seite des Aglianico. Die weißen Positionen Fiano di Avellino Cupo und Greco von Pietracupa vertreten die mineralisch geprägten, autochthonen Weißweine der Region und ergänzen das Bild der kampanischen Rebsortenvielfalt rund um den Vesuv.

Häufige Fragen

Warum gelten Aglianico, Fiano und Greco als antike Rebsorten?

Alle drei werden mit griechischen Siedlern in Verbindung gebracht, die vor rund 2500 Jahren an der süditalienischen Küste Weinbau betrieben. Schriftliche und archäologische Hinweise aus römischer Zeit belegen den Anbau in der Region bereits vor unserer Zeitrechnung. Die Sorten haben sich seither in Kampanien gehalten, während sie andernorts kaum verbreitet sind.

Was macht die Vulkanböden am Vesuv für den Weinbau besonders?

Vulkanisches Gestein verwittert zu mineralstoffreichen, gut durchlässigen Böden, die Wasser speichern und gleichzeitig Wärme abgeben. Das begünstigt eine langsame, gleichmäßige Reifung der Trauben. Viele Winzer sehen darin einen Grund für die ausgeprägte Mineralik und Struktur kampanischer Weine.

Was unterscheidet Taurasi von anderen Aglianico-Weinen?

Taurasi ist eine DOCG-Lage im Binnenland Kampaniens, in der Aglianico auf höher gelegenen, kühleren Böden wächst. Die Weine benötigen meist mehrere Jahre Reifung, um ihre kräftigen Tannine einzubinden. Diese Lage gilt als eine der anspruchsvollsten für die Rebsorte in Italien.

Wie unterscheiden sich Fiano, Greco und Falanghina geschmacklich?

Fiano zeigt oft Aromen von weißen Blüten, Zitrus und Mandeln bei feiner Säure. Greco bringt häufig mineralische, kräuterige Noten mit ausgeprägter Frische. Falanghina fällt durch fruchtbetonte, teils cremige Stile mit salzigem Unterton auf, wie es Erzeuger wie Pietracupa zeigen.

Ein Beitrag aus dem Weinkeller von Vinothekar.de. Fragen zu einem Wein? Wir beraten Sie gern persönlich.

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