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Trentino: die Heimat von Teroldego und Trentodoc
Zwischen Alpengipfeln und Etschtal entstehen im Trentino zwei sehr unterschiedliche Weinstile: der dichte, dunkle Teroldego und die feinperligen Schaumweine der Trentodoc.
Das Trentino liegt im Norden Italiens, eingebettet zwischen den Dolomiten und dem Gardasee, durchzogen vom Etschtal. Diese geografische Lage prägt den Weinbau der Region auf zweifache Weise: In der breiten Talsohle nahe Mezzolombardo und San Michele all'Adige entstehen dichte Rotweine aus der autochthonen Sorte Teroldego, während in den höher gelegenen Lagen die Trauben für die Schaumweine der Trentodoc heranreifen. Kaum ein anderes italienisches Anbaugebiet vereint auf so kleinem Raum zwei derart unterschiedliche Weinstile.
Die Campo Rotaliano und der Teroldego
Im Zentrum des Teroldego-Anbaus liegt die Campo Rotaliano, eine flache Schotterebene, die von den Flüssen Noce und Etsch geformt wurde. Die Böden bestehen aus tiefgründigen, kiesig-sandigen Ablagerungen, die Wasser gut speichern und den Reben ein ausgeglichenes Wachstum ermöglichen. Teroldego gilt als autochthone Sorte des Trentino und wird kaum außerhalb der Region kultiviert. Die Weine zeigen typischerweise dunkle Frucht, festen Tannin und eine spürbare Säure, die den Weinen Struktur und Alterungspotenzial verleiht.
Wie stark die Ausbaumethode den Charakter dieser Sorte prägen kann, zeigt sich im Vergleich zweier Ansätze aus demselben Haus: Foradori vinifiziert den Teroldego Granato in klassischer Weise, während der Teroldego Morei in Amphoren vergoren und ausgebaut wird. Letzterer Ansatz betont eine erdige Mineralität und griffige Tannine bei zurückhaltendem Alkoholgehalt, ein Hinweis darauf, dass Teroldego nicht nur ein Terroir-, sondern auch ein Handwerksausdruck ist.
Höhenlagen und die Grundweine für Trentodoc
Für die Flaschengärung nach klassischer Methode braucht es Trauben mit hoher Säure und moderatem Alkoholgehalt, wie sie in kühleren, höher gelegenen Lagen entstehen. Im Trentino übernehmen diese Aufgabe vor allem Weinberge in den Hängen der Dolomiten, wo Tag-Nacht-Temperaturunterschiede die Reifung verlangsamen und die Aromatik konservieren. Chardonnay und Pinot Nero sind die tragenden Sorten, ergänzt durch Pinot Bianco. Diese Bedingungen bilden die Grundlage für die geschützte Bezeichnung Trentodoc, unter der ausschließlich Schaumweine aus traditioneller Flaschengärung aus dem Trentino vermarktet werden dürfen.
Weißweine abseits der Perlage
Neben Teroldego und den Grundweinen für Schaumwein hat das Trentino auch bei stillen Weißweinen eine eigenständige Handschrift entwickelt. Nosiola ist die traditionelle weiße Sorte der Region, angebaut in den Hügellagen des Valle dei Laghi und um Pergine. Sie ergibt trockene Weine mit zarter Frucht und einem dezenten Haselnussnachgeschmack, kann aber auch zum Süßwein Vino Santo Trentino weiterverarbeitet werden. Daneben hat sich Müller-Thurgau im Trentino als eigenständiger Stil etabliert, vor allem in kühleren, höher gelegenen Parzellen, wo die Sorte eine ausgeprägte Aromatik und lebendige Säure entwickelt.
Klima und Relief als gemeinsamer Nenner
So unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen, das Trentino verbindet ein gemeinsames klimatisches Prinzip: die alpine Nähe sorgt für kühle Nächte, während die Beckenlagen und südexponierten Hänge tagsüber ausreichend Wärme liefern. Diese Kombination aus Wärme und Kühle erklärt, warum die Region sowohl kräftige, tanninreiche Rotweine als auch säurebetonte Weißweine und Schaumweingrundweine hervorbringen kann. Die Höhenunterschiede innerhalb des Anbaugebiets, von den Talböden bis in Lagen von mehreren hundert Metern, wirken dabei wie ein natürliches Sortiment unterschiedlicher Mikroklimate.
Aus dem Sortiment
Der Teroldego Granato und der Teroldego Morei Anfora von Foradori zeigen zwei Facetten derselben autochthonen Sorte aus der Campo Rotaliano, einmal klassisch, einmal im Amphorenausbau. Die Trentodoc-Schaumweine Blauwal Riserva von Cesconi, Brut Riserva „R“ von Cantina Rotaliana und Trento DOC Brut „Domini“ von Abate Nero belegen die Bandbreite der Flaschengärung aus Chardonnay, Pinot Nero und Pinot Bianco. Die Nosiola Fontanasanta von Foradori steht stellvertretend für die stille Weißweintradition der Region abseits der bekannteren Rotweine und Schaumweine.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Teroldego von anderen italienischen Rotweinen?
Teroldego ist eine autochthone Rebsorte, die fast ausschließlich in der Ebene Campo Rotaliano im Trentino wächst. Sie liefert dunkle, dichte Weine mit kräftiger Frucht und lebendiger Säure, die sich deutlich von den bekannteren Sorten Mittelitaliens unterscheiden.
Was bedeutet die Bezeichnung Trentodoc?
Trentodoc ist die geschützte Bezeichnung für Schaumweine aus dem Trentino, die nach der klassischen Flaschengärung hergestellt werden. Die Trauben stammen aus Berglagen der Region, vor allem Chardonnay und Pinot Nero, teils ergänzt durch Pinot Bianco.
Warum eignen sich die Alpentäler des Trentino für Weißwein und Schaumwein?
Die Höhenlage und die kühlen Nächte sorgen für eine langsame Reifung der Trauben, wodurch Säure und Aromatik erhalten bleiben. Diese Bedingungen begünstigen sowohl frische Weißweine als auch die Grundweine für die Flaschengärung.
Welche Rolle spielt Nosiola im Trentino?
Nosiola ist eine autochthone weiße Rebsorte, die in den Hügellagen des Trentino angebaut wird. Sie ergibt trockene Weine mit moderater Säure und dezenten Nussnoten, wird aber auch für den Süßwein Vino Santo Trentino verwendet.
Ein Beitrag aus dem Weinkeller von Vinothekar.de. Fragen zu einem Wein? Wir beraten Sie gern persönlich.


