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Abruzzen: Zwischen Gran Sasso und Adria entstehen vielseitige Weine

Die Abruzzen liegen zwischen hohen Bergen und dem Meer – eine Kombination, die dem Montepulciano d'Abruzzo und weiteren Weinen der Region ihre Prägung gibt.

Kaum eine italienische Weinregion vereint auf so engem Raum derart unterschiedliche Landschaften wie die Abruzzen. Vom Gran Sasso, dem höchsten Gipfel des Apennin, bis zur Adriaküste sind es oft nur wenige Dutzend Kilometer. Diese Nähe von Gebirge und Meer prägt das Klima und damit auch die Weine, die hier entstehen – allen voran den Montepulciano d'Abruzzo, der zu den meistproduzierten Rotweinen Italiens zählt.

Geografie zwischen zwei Extremen

Die Abruzzen sind eine der bergigsten Regionen Italiens. Der Apennin nimmt einen Großteil der Fläche ein, während sich im Osten ein schmaler Küstenstreifen zur Adria hin öffnet. Die Weinberge liegen überwiegend in den Hügelzonen dazwischen, in Höhenlagen, die je nach Provinz stark variieren. Diese Zwischenlage sorgt für ein Klima, das kontinentale und mediterrane Einflüsse mischt: warme, oft trockene Sommer treffen auf kühle Nächte, die durch die Höhenlage und die Nähe der Berge begünstigt werden. Für den Weinbau bedeutet das eine wichtige Temperaturspanne zwischen Tag und Nacht, die Aromen und Säurestruktur der Trauben unterstützt.

Böden und ihre Wirkung auf den Wein

Die Böden der Abruzzen sind vielfältig, geprägt von der geologischen Geschichte des Apennin. Kalkhaltige und lehmige Böden wechseln sich mit sandigeren Abschnitten näher der Küste ab. Kalk begünstigt tendenziell Frische und Mineralität, während lehmigere Böden mehr Wasser speichern und so zur Fülle mancher Weine beitragen. Die Provinz Chieti im Süden, aus der viele der hier bekannten Weine stammen, bietet dabei ein Mosaik unterschiedlicher Bodentypen, was Erzeugern erlaubt, Trauben je nach gewünschtem Stil gezielt auszuwählen.

Montepulciano d'Abruzzo: die prägende Rebsorte

Montepulciano ist keine Herkunftsbezeichnung, sondern der Name einer Rebsorte – eine Verwechslung, die international häufig vorkommt, da es auch einen toskanischen Ort gleichen Namens gibt. Die Traube reift spät, bildet dickschalige Beeren und liefert in der Regel kräftige, farbintensive Rotweine mit spürbarem, aber meist gut eingebundenem Tannin. In den Abruzzen findet sie ideale Bedingungen: genug Sonne für die Reife, aber auch die nächtliche Abkühlung, die Frucht und Struktur im Gleichgewicht hält. Aus Montepulciano entsteht zudem der Cerasuolo d'Abruzzo, ein kräftig gefärbter Rosé mit eigener DOC.

Weiße Sorten im Aufwind

Neben dem roten Aushängeschild haben sich in den vergangenen Jahren einheimische Weißweinsorten wie Pecorino und Passerina einen Namen gemacht. Beide galten lange als Nischenprodukte, werden heute aber gezielt in kühleren, oft höher gelegenen Lagen angebaut, um ihre charakteristische Frische zu bewahren. Pecorino zeigt sich meist mit lebendiger Säure und salziger Note, während Passerina eher knackig und zitrusbetont ausfällt. Auch internationale Sorten wie Pinot Grigio finden in den Abruzzen einen Platz, häufig in Küstennähe, wo das milde Klima gleichmäßige Reifebedingungen bietet.

Aus dem Sortiment

Der ULISSE Montepulciano d'Abruzzo DOP von Tenuta Ulisse zeigt die klassische, saftige Seite der Rebsorte, während der NATIVAE Montepulciano d'Abruzzo DOP eine dichtere, kräftigere Ausprägung bietet. Mit dem MASSERI Primitivo Terre di Chieti IGP Ltd. Edition ist zudem eine halbtrockene Variante aus der Primitivo-Traube vertreten, die in der gleichen Provinz gedeiht. Der ULISSE Pecorino Terre d'Abruzzo IGP ergänzt das Bild um eine der aufstrebenden weißen Sorten der Region und zeigt, wie vielseitig die Abruzzen jenseits des roten Klassikers sind.

Häufige Fragen

Ist Montepulciano d'Abruzzo dasselbe wie der toskanische Vino Nobile di Montepulciano?

Nein, das ist eine häufige Verwechslung. Montepulciano ist hier der Name der Rebsorte, während der toskanische Wein Vino Nobile di Montepulciano nach einem gleichnamigen Ort benannt ist und aus Sangiovese besteht. Beide haben außer dem Namen kaum etwas gemeinsam.

Welche Weißweinsorten sind in den Abruzzen wichtig?

Neben dem bekannten Trebbiano d'Abruzzo gewinnen autochthone Sorten wie Pecorino und Passerina zunehmend an Bedeutung. Beide bringen durch ihre Herkunft aus höheren, kühleren Lagen eine ausgeprägte Säure und Frische mit.

Was bedeutet Cerasuolo d'Abruzzo?

Cerasuolo ist die Roséversion aus der Montepulciano-Traube und trägt eine eigene DOC-Bezeichnung. Der Name leitet sich von cerasa, dem italienischen Wort für Kirsche, ab und verweist auf die kräftige Farbe des Weins.

Ein Beitrag aus dem Weinkeller von Vinothekar.de. Fragen zu einem Wein? Wir beraten Sie gern persönlich.

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